Spielweise

SPIELWEISE DER CAJON


Cajon Workshop mit Cherif Flöhr und Ralf Kallmeier

Die Cajón wird im Sitzen gespielt, während mit den Händen auf der Schlagfläche getrommelt wird. Bei den meisten (modernen) Cajon-Modellen wird im oberen Bereich der Schlagfläche ein Snaresound erzeugt (Snare heißt eigentlich die „schnarrende“ Trommel beim Schlagzeug). Um einen Basssound zu erzeugen, wird (je nach Vorliebe und Cajon) mit der flachen bzw. mit einer leicht gewölbten Handfläche auf den oberen Mittelbereich der Schlagfläche geschlagen. In Südamerika trifft man häufig noch auf die traditionellen Cajones ohne Snare-Effekt – diese klingen etwa nach einer Conga-Trommel und bieten manchmal durch eine an den Ecken leicht abstehende Spielfläche einen alternativen perkussiven Effekt (welchen man als Snare-Ersatz nutzen kann).

Zusätzlich zu den beiden Grundsounds braucht man noch geeignete „Fülltöne“ (Ghost Notes oder Tips). Wie genau man den besten Snareklang und die besten Tips erzeugt, hängt stark vom jeweiligen Cajon-Modell ab.

Da das Instrument in der westlichen Musik noch keine lange Geschichte hat, sind Cajonisten entsprechend frei und kreativ beim Erarbeiten neuer Techniken und Spielstile, weshalb es schwierig ist, eine „spielfertige“ Anleitung für die Cajon zu schreiben. Probieren Sie einfach so viel es geht aus oder besuchen Sie unseren Cajon Starter Workshop, damit die ersten Schritte schneller klappen.

Mittlerweile gehört die Cajón zum festen Bestandteil eines jeden professionellen Percussionisten und da ist es kein Wunder, dass das Instrument immer weiterentwickelt wurde und wird: Mit der Erweiterung durch eine Hi-Hat bzw. einen Shaker kann man ohne Schwierigkeiten ein komplettes Schlagzeug ersetzen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Snare mit Besen (auch Schneebesen oder Brushes genannt) oder Rods zu spielen, so wird der Schlagzeugsound noch einmal verstärkt. Hunderte von AddOns ermöglichen Ihnen individuelle Klangvariationen zu erzeugen und darüber hinaus kann man oftmals auch noch selbst an der Spielfläche und dem Snare-System „herumbasteln“. Sie sehen, aus der einfachen Kiste kann man unzählige Klänge produzieren und dementsprechend variiert die Spieltechnik natürlich stark.

NOCH EINIGE TIPS

  • Es gibt Cajons, die ihren Snaresound durch (mit Imbussschrauben an der Innenseite der Cajon befestigte) Gitarrensaiten erzeugen. Falls Sie so ein Modell besitzen, könne Sie durch unterschiedlich starke Saitenspannung den Snareeffekt ganz einfach regulieren.
  • Man erreicht einen kurzen, tiefen, trockenen und knackigen Basston, indem ein Kissen oder eine Decke in die Cajon hineingelegt wird – So wird es übrigens auch bei der Bassdrum vom Schlagzeug gemacht
  • Probieren Sie auch mal, auf die anderen Seiten der Cajon zu schlagen. Bei vielen Cajones hört man da einen klassischen Congasound. Oft noch schöner im Klang, aber schwieriger im Spiel einzubauen: Die Rückseite der Cajon!
  • Bei einigen Modellen ist nach peruanischem Vorbild die Spielfläche nicht (oder nur unten) an den Korpus geleimt. In dem Fall können Sie, je nach Abstand der Schrauben, in den Ecken einen kleinen Spalt zwischen Spielfläche und Korpus erzeugen, indem Sie entweder die Schrauben etwas lösen, oder etwas dünnes Papier o.ä. dazwischen klemmen. So erhalten Sie einen weiteren, schnarrigen Sound in den Ecken. Bei manchen Modellen ist dies schon fest eingebaut.

WIE KANN ICH MEINE CAJON ABNEHMEN LASSEN?

Für den Bühneneinsatz ist eine Abnahme mit zwei Mikrofonen am besten. Da die Cajon oft ein Schlagzeug ersetzt, sind volle und durchdringliche Bässe gefragt – diese kommen nur dann gut herüber, wenn man ein Mikrofon (im Idealfall natürlich ein spezielles Bassdrum-Mikrofon) ins Schallloch stellt (bzw. je nach Geschmack und Richtcharakteristik direkt vors Schallloch). Zusätzlich dazu ist ein zweites Mikro von vorne oder leicht seitlich vom Vorteil, vor allem, wenn man mit viel Akzenten und Fingertechniken arbeitet. Bei Verwendung von AddOns ist ein zweites Abnahmegerät sogar meist notwendig.

ZU VIEL AUFWAND?

Es gibt Modelle mit bereits eingebautem Tonabnehmer und die Auswahl solcher Modelle wird sich in naher Zukunft wohl auch erhöhen.

Mit Hilfe der MEINL Pickup Cajon (Bild links) können Klang als auch Lautstärke schnell und einfach individuell angepasst werden.
Erhältlich sind die Pickup Modelle in den Snarecraft und Woodcraft Professional Serien. Diese sind mit drei Piezo Pickups ausgestattet – zwei davon für Snare und einer für Basssounds. (Infos zur Pickup Cajon im Shop)

Die MEINL Pickup Turbo Slaptop Cajon (Bild rechts) ist mit einem passiven Tonabnehmersystem ausgestattet, das es ermöglicht
den Bass-, Snare- und Tonepoti individuell einzustellen und somit den gewünschten Sound zu kreieren. Außerdem ist
eine hochwertige Outputbuchse verbaut. Die Spieloberfläche aus Walnuss erzeugt dank der eingebauten Snares einzigartige Slaps und tiefe, drückende Bassschläge. Die nach vorne gerichteten Soundports der Turbo Slaptop Cajon ermöglichen eine direkte Übertragung des Klangs in Richtung des Publikums.


plakat

 

 

Kommentare sind geschlossen.